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Das Erfolgsrezept kennt niemandGespräch mit Klaus Fritz, dem deutschen »Harry Potter«-UbersetzerKlaus Fritz (42), deutscher Übersetzer der »Harry Potter«-Bände, wurde in Tübingen geboren und lebt heute in Berlin. Er studierte Philosophie und Sozialwissenschaften und übersetzte vor allem Sachbücher. »Harry Potter und der Stein der Weisen« war sein erstes Kinderbuch. Mit Fritz sprach BÖRSENBLATT-Redakteur Harald Kiesel. Wie wurden Sie Übersetzer der »Harry Potter«'Bände? Fritz: Meine Agentin Ute Mihr in Tübingen hat mich aufgrund einer Anfrage beim Carlsen Verlag empfohlen. Und nach einer Probeübersetzung hat mich Gabriele Leja, die damalige Lektorin, mit der ich noch heute gut zusammenarbeite, beauftragt. Hatten Sie mit dem Riesenerfolg gerechnet? Fritz: Ich wusste gleich, dass es ein gutes Kinderbuch ist, auch wenn niemand voraussagen konnte, dass es so ein Erfolg werden würde. Ich merkte schnell, dass »Harry Potter« sehr viele verschiedene Elemente enthält: die Spannung, den Humor, das Gruselige, aber auch die realistischen Dinge, wie die Beschreibung der Schule, der Freunde und der Konflikte, waren stimmig. Aber das Rezept für einen solchen Erfolg kennt niemand. Ich freue mich auch deshalb, weil ich als Kind eine Leseratte war und weiß, wie toll es sein kann, spannende Bücher zu lesen. Gab es Schwierigkeiten beim Übersetzen? Fritz: Es gibt zum Beispiel die verschiedenen Monster, Gespenster usw., die im Englischen mit Wortschöpfungen bezeichnet werden, die zugleich bedeutungsvoll und lautmalerisch sind. Ich habe mich mit mehr oder weniger Erfolg bemüht, im Deutschen Entsprechungen zu erfinden, die Wortwitz und Lautmalerei bewahren. Haben Sie Joanne K. Rowling schon einmal persönlich getroffen? Fritz: Ich habe sie während der Lesereise im Frühjahr in Leipzig und Berlin getroffen und mit ihr vier Lesungen bestritten. Das war für mich ein tolles Erlebnis, weil ich als Übersetzer normalerweise ja nicht in die Öffentlichkeit gehe, geschweige denn selbst vorlese. Wo haben Sie »Harry Potter und der Feuerkelch« übersetzt? Fritz: An verschiedenen Orten in Deutschland, zum Beispiel war ich zeitweise in Südbaden in den Weinbergen und habe dort mit dem Notebook gearbeitet. Bei Band 4 habe ich zunächst Teile des Originals bekommen, nicht sofort den ganzen Band, weil es Sicherheitsbedenken auf englischer Seite gab. Ich will mir allerdings auch selbst den Genuss und das Vergnügen als Leser bewahren und das Buch nicht gleich bis zum Schluss durchlesen müssen. Welcher »Potter«'Band ist Ihnen der liebste? Fritz: Band 3 war schon sehr stark, aber Band 4 ist noch besser. Mir gefällt vor allem, dass Konflikte zwischen den Freunden noch stärker differenziert werden. Neid und Eifersucht sind gut gestaltet, und es gibt wunderbare neue Figuren. aus Börsenblatt Nr. 84 vom 20. Oktober 2000
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