RezensionGelesen von Reimund Neumann April 2006Jean-Noel Jeanneney: Googles HerausforderungFür eine europäische Bibliothek. -
Ein gigantisches Vorhaben: Innerhalb von sechs Jahren will Google 15 Millionen gedruckte
Bücher scannen und weltweit zugänglich machen. Demokratisierung des Weltwissens oder
Diktatur eine angloamerikanischen Kanons? Der Direktor der Bibliothèque nationale de
France, Jean-Noël Jeanneney, ruft zum Widerstand auf und wirbt für eine europäische
Alternative. Jeanneney steht an der Spitze der europäischen Kritiker dieses Projekts.
Er warnt eindringlich vor einer schleichenden Aushöhlung des Urheberrechts, einer
kulturellen amerikanischen Hegemonie und einer erdrückenden Dominanz der englischen
Sprache und plädiert für einen europäischen Gegenentwurf.
Soweit der Klappentext.
Der Titel hatte zunächst falsche Erwartungen in mir geweckt. Es geht in diesem Buch kaum um
Internet. Computer spielen nur eine Nebenrolle. Es geht darum ob wir Staaten, ob wir Europa gestalten
wollen, ob Tatkraft und Geld in Zukunftsprojekte investiert werden. Und es handelt sich hier
nicht um ein großes technisches Projekt wir etwa die Entwicklung einen Grossflugzeuges, sondern
um ein kulturelles Projekt.
Man kann das kleine Bändchen in kurzer Zeit lesen. Es ist erfrischend, mit wieviel Elan
Jeanneney seine Stimme erhebt und fordert: Ja wir wollen unsere Zukunft gestalten, wir wollen
in Kultur investieren. Ich wünschte mir auch in Deutschland lautere Stimmen, und nicht immer
nur zaghaftes Zaudern und Gejammere, darüber, das nicht genügend Geld da sei. | | Weitere Bücher aus dem Bereich: Internet und Co.
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Übersicht Rezensionen von Mitarbeitern Wagenbach Verlag 116 Seiten 9.90 Euro Bestellnr. L 5365

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