Gelesen von Reimund Neumann Januar 2004
Alexandra David-Neel: Mein Leben auf dem Dach der Welt
Reisetagebuch 1918-1940 - Die legendäre Forscherin schildert ihre Reisen in China und Tibet,
unter anderem ihren Aufenthalt im tibetischen Kloster Kumbum, ihre Erlebnisse während des
Bürgerkriegs in Westchina und ihren Weg zu Fuß als verkleidete tibetische Nonne in die
verbotene Stadt Lhasa.
Alexandra David-Neels Reisetagebuch besteht aus den Briefen, die die Forschungsreisende ihrem
Mann bis zu dessen Tod 1940 aus aller Welt schrieb. Faszinierend aus heutiger Sicht sind insbesondere
die bescheidenen Mittel, mit denen sie gereist ist, und auch der Forscherdrang, der
sie immer wieder ins Ungewisse trieb. Für uns heute unvorstellbar, dass der Kontakt zu ihrem
Mann über Briefe lief, deren Anwort sie erst Monate später erhielt. Wenn man die Art und die
Umstände ihres Reisens erfährt, ist es anderseits für uns ebenso schwer vorstellbar, dass der Kontakt
auf diese Weise überhaupt möglich war
Alexandra David-Neel gehörte zu den Pionierinnen bei der Entdeckung Tibets.
In ihrem Reisetagebuch beschreibt sie die vielen, während ihres Besuchs in Tibet auftauchenden
Probleme und man erhält Einblick in das tibetische Alltagsleben. Manches Mal zeigen die
Tagebucheinträge sie jedoch als eine egozentrische Person, die ihr Ziel verfolgte, Lhasa
zu erreichen, ohne Rücksich auf finanzielle und auch menschliche Verluste.
Sie will der Welt beweisen, daß auch eine Frau in der Lage ist, die Strapazen des Reisens
zu ertragen und diese ehrgeizige Ziel zu erreichen.
Ich habe das Buch mit viel Gewinn gelesen. Es bietet Zugang zu einer anderen Zeit und
einer anderen Welt. Man muss es aber als Tagebuch akzeptieren, das geschrieben ist, so wie die
Ereignisse passiert sind und nicht so wie es die Dramaturgie eines Buchprojektes ergeben hätte. |
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Knaur Verlag 442 Seiten 8.90 Euro Bestellnr. L 4486

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