Im 6. Jahrhundert hat eine weltweite Naturkatastrophe die Erde erschüttert -
rund 18 Monate lang war die Sonne hinter einem Schleier aus Staub verborgen.
David Keys schildert die Auswirkungen dieser aller
Wahrscheinlichkeit nach durch einen gigantischen Vulkanausbruch verursachten
Klimaveränderung: extreme Kälte- und Dürreperioden, Sturmfluten, Hungersnöte,
Epidemien, Völkerwanderung, tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel und weiträumige
politische Veränderungen.
Keys rekonstruiert Daten, Ereignisse und Entwicklungen und entwirft dabei ein
historisches Panorama, das von Westeuropa über den Nahen und den Fernen
Osten bis hin nach Südamerika und Tasmanien reicht. Er zeigt, daß unsere moderne Welt
in der Katastrophe von 535 n. Chr. ihren Ausgang hatte, und erhellt damit das
so rätselhafte »dunkle Zeitalter«.
Soweit der Klappentext. Der Leser wird lange auf die Folter gespannt, zumindest, wenn er
auf die Aussagen zur eigentlichen Katastrophe wartet. Diese finden sich erst im letzten
Viertel des Buches. Zunächst geht es um die Folgen, die materialreich beschrieben werden.
Die Folgerungen scheinen mir auch manchmal zu weitläufig, die Kette der Veränderungen, die
kausal aufander folgen sollen zu lang, als das nicht doch andere Ursachen mit hineinspielen
könnten. Aber die geschichtlichen Schilderungen werden zunehmend interessanter, insbesondere
wenn sie den vertrauteren Bereich (Mitteleuropa, Römisches Reich) verlassen und sich
Asien oder Amerika zuwenden. Ich stieß auf viel Neues und Lesenswertes.
Mit dem Wissen um die Folgen liest man dann die Schilderung der Katastrophe und die Diskussion
der verschiedenen möglichen Szenarien mit anderen Augen.
Das Wort Klimakatastrophe und die aktuelle Debatte um die menschengemachten Klimaveränderungen
erschließen sich in ganz anderer Deutlichkeit. Das Geschichte aktuell ist wird in diesem Buch deutlich.
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Taschenbuch, Knaur Verlag 415 Seiten 10 Euro Bestellnr. L 3900
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