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Weitere Bücher zu den Themen: Indigene Völker
Belletistik aus Afrika Asien Lateinamerika
Reimund Neumann gelesen September 2000
Juri Rytcheu: Die Suche nach der letzten Zahl
Begegnung zweier Zivilisationen
Im Äußersten Nordosten Sibiriens:
Kagot, der tschuktschische Schamane, hat sein Dorf verlassen. Er konnte seine Frau nicht heilen.
Diesen Verlust kann er nicht überwinden. In einem kleinen Ort an der Küste
findet er Unterschlupf. Es ist der Ort, vor dem im Jahre 1918 Amundsen im Eis stecken bleibt.
Das Schiff friert im Eis ein. Die Forscher warten auf den Sommer, um die Nord-Ost-Passage
fortzusetzen oder um dann mit der Eisdrift den Nordpol zu erreichen.
Es kommen noch weitere Reisende an: Die Bolschewiki haben in Moskau gesiegt und versuchen ihre
Macht und Ideen bis in die Regionen im äußersten Nordosten auszudehnen.
Soweit Fakten und Personen. Rytcheu kennt nicht nur Amundsens Tagebücher, sondern auch die Überlieferungen
seiner Vorfahren über die seltsamen Fremdlinge. Ein Buch über die Begegnung
zweier Zivilisationen. Und mit ihrem ebenfalls ganz fremden Gedankengut tauchen die Bolschewiki auf.
Es ist 1918, die Sowjetunion noch ganz jung und in bester Absicht verbreitet Perschin seine Ideale.
In den Gesprächen und Handlungen der beteiligten Personen werden die Unterschiede der Zivilisationen und die Schwierigkeiten einander
zu begreifen auf wunderbare Weise deutlich. Und für "uns Weiße" wird die Welt der Tschuktschen überaus lebendig.
Die Schilderungen sind so intensiv, man möchte als Leser eingreifen und mitreden, wenn die Beteiligten sich wieder nur
zum Teil verstehen können. Und es ist eine "Ausnahmebegegnung" deren Zeugen wir hier werden. Sowohl Amundsen
als auch Kagot können geistig sicher weit mehr aufeinander zugehen als die meisten Mitglieder ihrer Völker.
Es ist ein tröstliches Buch, wissen wir doch, dass im allgemeinen die Zusammentreffen zwischen den Weißen und indigenen Völkern
übel ausgingen. Dies klingt hier nur am Rande durch.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Juri Rytcheu wurde 1930 als Sohn eines Jägers in der Siedlung Uelen auf der Tschuktschenhalbinsel im äußersten Nordosten Sibiriens
geboren. Der erste Schriftsteller dieses Volkes mit zwölftausend Menschen wurde mit seinen Romanen und
Erzählungen zum Zeugen einer bedrohten Kultur und eines vergessenen Volkes.
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Taschenbuch, Unionsverlag 349 Seiten 19.80 DM Bestellnr. L 2739
Gebunden 39.80 Nr. L 5780
Übersicht Rezensionen

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