Eine Buchhändlerin in Wien lernt einen Nigerianer kennen. Es entwicklt sich eine Beziehung.
Sie heiraten. Die Geschichte skizziert ihre Probleme miteinander und mit den Menschen ihrer Umgebung. Die Autorin
schildert in einer gekonnten Mischung, einerseits mit distanziertem Blick auf sich selbst andererseits in ehrlicher
eigener Betroffenheit, wie sie immer wieder ihr Bild von Afrika von Afrikanern korrigiert, korrigierten muß. Sie ist eine
aufgeklärte, intelligente Frau, aber doch tauchen Bilder und Vorstellungen aus ihrem Unterbewußtsein auf, die sie
überwunden glaubte.
Von außen bekommt sie wenig Hilfe, ihre Mutter hat kein Verständnis und selbst bei Freundinnen oder Bekannten, denen sie
eine solche Haltung nicht zugetraut hätte, muß Unverständnis oder sogar verdeckten Rassismus festsstellen.
Dazu kommen die "üblichen" Probleme mit Behörden, Arbeitsstellen usw., die den alltäglichen Rassismus in Österreich zeigen
und leicht auf die bundesdeutsche Wirklichkeite zu übertragen sind.
Trotz der schwierigen gesellschaftlichen Problematik, die angesprochen wird, läßt sich das Buch leicht lesen. Die
überraschenden Antworten, die im Dialog der Kulturen entstehen sind witzig und befreiend. Man freut sich über die
Einsichten, die die Autorin gewinnt und kann so selbst erleichtert einige falsche Vorstellungen beiseite schieben.
Das Buch hat mir Spaß gemacht und es ist in seinem politischen Bezug aktueller denn je.
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Drava-Verlag 184 Seiten 29.80 DM Bestellnr. L 2280
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