Die Fahrt war die Droge, das Bewußtsein, eine Lok von achtzig Tonnen Gewicht und zwölfhundert PS zu beherrschen und einen Zug
von mehr als fünfzig Waggons auf über hundert Kilometer zu beschleunigen. Er wollte Schienen fressen. Bewegungslosigkeit hätte ihn
zerissen. "Sie wollen mich loswerden", knirschte er. "Aber das wird ihnen nicht gelingen."
Ein unglaubliches Rail-Movie durch ganz Deutschland: Dieser Lokführer ist nicht zu stoppen.
Nach einer ärztlichen Routine-Untersuchung soll der Lokführer Willi Gatz, dem vor einigen
Monaten ein Selbstmörder vor den Zug sprang, nicht länger Lokomotive fahren. Blutdruck und
Herzschwäche stellen angeblich ein Risiko dar. Doch ein Ruhestand kommt für Gatz nicht in
Frage. Die Schiene ist sein Leben. Im Urlaub auf Sylt entwendet er eine Diesellok von einem
Abstellgleis und beginnt eine Amokfahrt quer durch die Republik bis nach Bayern. Er ist nicht zu
stoppen. Es entwickelt sich ein atemberaubendes Duell
Soweit der Klappentext und kurze Inhaltsangabe. Ich kann das Buch sehr empfehlen: Es ist spannend, voller skurriler Ideen.
Es bringt das Kunststück fertig,
solche Themen wie "Umwandlung der Bundesbahn von einer Behörde in ein modernes Unternehmen" und
"Fixierung der Männer auf ihre Arbeit", die ja in unzähligen Büchern eher trocken behandelt werden in eine Story zu packen und diese
Story läuft ab wie ein Krimi und ist sehr witzig. Wer bisher geglaubt hat mit einer Lok könne man nicht verschwinden, da die
Gleise die Richtung vorschreiben und die Weichen nicht vom Lokführer gestellt werden, der muß sich eines Besseren belehren lassen.
Und wenn wieder etwas fast Unmögliches passiert, dann beschleicht einen schon bald das Gefühl, dass es doch hätte so passieren
können. Seien es (eisenbahn-)technische Abläufe oder das Agieren der unterschiedlichen Charaktere. Ein Buch, das Spass macht.
Und nicht nur den Eisenbahnfans.
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Europa Verlag 286 Seiten 12.90 Euro Bestellnr. L 1929

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