Gelesen von Reimund Neumann März 2004
Margaret Atwood: Oryx und Crake
Crake und Jimmy sind Freunde. Sie wuchsen zusammen auf, sie hielten Kontakt während des Studiums,
und sie lieben dieselbe Frau, die rätselhafte, aus dem fernen Osten stammende Oryx. Sie leben in
einer ständig von Umweltkatastrophen bedrohten Welt in einer gar nicht so fernen Zukunft. Crake
ist Wissenschaftler, er steht der mächtigen Forschungsinstitution eines großen Konzerns vor, aber
er verfolgt eigene Pläne ...
Soweit der Klappentext.
Nach der Lektüre kann ich sagen: Der Name Atwood hält auch in diesem Buch, was er
verspricht: Ein wirklich guter Zukunftsroman.
Dabei handelt es sich nicht um die geschickte Konstruktion ferner Welten in beruhigend grossem
zeitlichen Abstand von unserer Zeit. Über weite Stellen, könnte die Jetztzeit gemeint sein.
Die Beschreibung der Welt einer zweigeteilten Gesellschaft: den wenigen Privilegierten, die in
streng bewachten Industriekomplexen leben, und dem "Rest", die in verfallenden Städten hausen,
erinnert an südamerikanische Grossstädte oder Wohnkomplexe in den USA.
Aber das Buch wirkt nie belehrend, es ist insbesondere durch die nebeneinanderlaufenden Zeitstränge
äußerst spannend. Die Hauptperson Jimmy, er nennt sich seit der Katastrophe "Schneemensch" ist
sehr fein und bis in seine Gedanken beschrieben, man kann sich wie selbstverständlich in ihn
hineinversetzen und folgt seinem Leben von der Kindheit an.
Während ein Erzählstrang den Komplex "Kinderpornographie" thematisiert - in sehr distanzierter Weise,
hat die Haupthandlung das grosse Thema "Gentechnologie". |
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Berlin Verlag 381 Seiten 9.90 Euro Bestellnr. L 1770

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